Bonifacio-Ajaccio

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  • By: lenel

09.06.2017 Bonifacio-Ajaccio
Die Insekten haben mich die ganze Nacht geplagt. Der Boden war voller Ameisen und die Luft voller Mücken, die mich ständig wie Stukas angriffen. Die Klimaanlage wollte ich trotzdem nicht einschalten, so dass ich trotz der Hitze vollständig unter dem Leintuch schlafen musste, um nicht gestochen zu werden. Ich fahre früh ab. Kurz vor Sartene biege ich Richtung Tizzano ab. Ich besuche die hochinteressanten prähistorischen Fundorte Stantari (mit grossen Menhiren, zum Teil mit Gesichtern), Renaju (mit weniger gut erhaltenen Menhiren, dafür malerisch zwischen den Bäumen gelegen) und Fontanaccia, wo ein gut erhaltenes Dolmengrab, bestehend aus tonnenschweren Granitplatten, aus denen eine Art Sarkophag gebaut wurde, steht. Ueberall hat es Korkbäume. Die Macchia blüht, es ist wunderschön. Ich fahre nach Tizzano hinein und auf einer Sandstrasse weiter. Alles ist mir privaten Villen überbaut, die offensichtlich Ferienhäuser wohlhabender Franzosen sind. Nun fahre ich zurück zur Hauptstrasse und nach Sartene, wo ich noch kurz Trinkwasser kaufen muss. Den Supermarkt verpasse ich, so dass ich mich dahin durchkämpfen muss. Da muss man halt auch mal eine Einbahnstrasse die andere Richtung durchfahren. Endlich finde ich den Supermarkt und kann das dringend benötigte Trinkwasser kaufen. In Propriano halte ich an und esse meine Sandwiches auf einer Terrasse hoch über dem Strand. Dann fahre ich weiter Richtung Filitosa. Dort, wo die Strasse von der Hauptstrasse abbiegt ist das Hinweisschild nach Filitosa allerdings dermassen klein geraten, dass ich es erst entziffern kann, als ich schon zu weit gefahren bin. Da gerade kein Gegenverkehr herrscht und die nachfolgenden Fahrzeuge weit weg sind, wende ich verbotenerweise auf der Fahrbahn. Damit ziehe ich den Zorn eines Wohnmobilfahrers auf mich; durch das offene Fenster motzt mich an. Vielleicht im Privatleben Verkehrspolizist. Endlich gelange ich nach Filitosa. Ich löse ein Billett und besuche diese weitere prähistorische Grabungsstätte eines Dorfes. Es beginnt mit einem sehr schön ausgearbeiteten Menhir, der Waffen zeigt. Eine Lautsprecheranlage bietet erläuternde Texte an – nur schade, dass die Kinder damit spielen und man somit lange warten muss, bis man eine verständliche Sprache einstellen kann. Auch hier wurde das steinzeitliche Dorf auf einem Koppie gebaut, in die Taffoni hinein, die mit Trockenmäuerchen ergänzt wurden. Es hat auch hier zahlreiche Menhire, besonders auch unten im Tal – wahrscheinlich wurden sie heruntergestürzt. Alles blüht, es gibt viele schöne Blumen, sogar die Kakteen tragen Blüten. Ich fahre nun auf einer schmalen Strasse weiter nach Ajaccio. Zwei kleine Pässe muss ich überqueren. Ein Tanklastwagen verfolgt mich regelrecht, versucht ständig, mich zu überholen, was ich nicht zulasse. In den Kurven fahre ich ihm davon, aber innerorts und in den 70er Strecken holt er mich wieder ein, da er sich an keine Höchstgeschwindigkeiten hält. Schliesslich halte ich an und lasse ihn ziehen. In Ajacco komme ich im Hotel du Golfe unter, mitten im Stadtzentrum. Ich bummle durch die Stadt, durch die Fussgängerzone Rue du Cardinal Fesch, vorbei am Palais Fesch (Kunstmuseum), dann muss ich noch etwas Wasser und Milch einkaufen. Schliesslich schlendere ich über den Place du Marechal Foch, wo sich gerade eine Demonstration formiert, zur leider bereits geschlossenen Cathedrale und vorbei an der Maison Bonaparte und der genuesischen Zitadelle, vor der ein Denkmal für Pascal Paoli steht, zum Hafen. Das riesige Kreuzfahrtschiff „Meinschiff 5“ ist gerade am Auslaufen. Ich gelange noch zum Denkmal für die Resistance und zur Eglise Saint-Roch, bis ich schliesslich am Ende der Innenstadt das Jean Charles Abbatucci Denkmal erreiche. Das Nachtessen nehme ich direkt hinter dem Hotel im Restaurant Don Quichote ein. Es gibt einen Meeresfrüchte-Eintopf mit Reis. Ausgezeichnet.