26.06.2018 Figeac (Capdenac)-Puy-en-Velay

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  • By: lenel

Ich verschlafe um eine Stunde, fahre erst um neun Uhr morgens ab. Die Fahrt zur Barrage de Sarrans führt über kleine Strassen. Der Tag ist wunderschön und 28 Grad warm. Manche Strassen wurden kürzlich neu mit Rollsplitt bestreut. Das ist teuflisch zum Befahren, denn zum einen kann man darauf überhaupt nicht bremsen (das Motorrad versucht sich hinzulegen) und schon gar nicht lenken. Kurven gehen nur im Schritttempo. In Ladinhac finde ich eine Tankstelle. Kurz danach, in Cantoin, halte ich an, kaufe im Dorfladen etwas zu essen und verzehre es auf dem Dorfplatz, der Place de la Pieta. Die Kirche ist innen gotisch, recht schmucklos. Die Gorges de la Truyere muss ich streichen, denn das Benzin reicht nicht dazu aus. Ich kehre um und fahre weiter bis nach Chaudes Aigues, einem Thermalbad. Nochmals muss ich auftanken. Schliesslich gelange ich zum Viaduc de Garabit (1884), das von Eiffel konstruiert wurde. Hier findet sich auch ein Denkmal für Jean Cluzeau und René Meyer, die hier 1944 von den Deutschen erschossen wurden. Mein nächster Halt ist in Saint-Flour, einem Städtchen auf einem Hügel. Ich beginnen meinen Stadtrundgang bei der Touristeninformatoin, am Place d'Armes. Gleich daneben steht das Maison Consulaire; auf der anderen Seite des Platzes das Palais episcopal (17. Jhdt), das heute als Hotel de Ville und als Museum dient. In der Kathedrale findet soeben eine Abdankung statt. Eine Felsspalte am Hang heisst La Main de Saint-Flour, weil der Heilige diesen mit blossem Handauflegen gespalten haben soll. Ich laufe nun zur Ville-Basse hinunter, sehe mir aber auf dem Weg dorthin noch die Porte des Roches an, das Stadttor zur Unterstadt. Dort gibt es die verwahrloste Eglise Saint-Christine und eine mittelalterliche Brücke, den Pont Vieux (1371). Nun muss ich über Chemin des Chèvres wieder heraufkraxeln (338 Stufen), und gleich wieder etwas Höhe verlieren, zur Porte du Thuile, die so heisst, weil hier früher die Kloake der Stadt abfloss. Weiter unten ist das Ancien grand seminaire, jetzt ein Hotel. Nochmals muss ich nach oben zur Stadt hin kraxeln, zur Place du Palais und zur Place de la Halle, wo die Kirche Collegiale Notre-Dame nach der französischen Revolution profanisiert und als Markthalle (La Halle aux Blés) benutzt wurde. Die Kirche Saint-Vincent ist wiederum geschlossen. Mit dem Motorrad fahre ich zur Place des Armes, wo die Kathedrale jetzt besucht werden kann. So werfe ich noch einen Blick herein. Es gibt ein paar sakrale Objekte, die von Goudji, offenbar einem bekannten Künstler der Gegenwart, geschaffen wurden. Nun fahre ich weiter Richtung Puy-en-Velay. Es geht wieder überkleinste, schmale Strässchen. Auf einer Strecke von vielen Kilometern ist wieder einmal dick eingesplittet worden, so dass ich mit dem Motorrad ganz, ganz langsam durchfahren muss und unheimlich viel Zeit verliere. Immerhin schaffe ich es, ohne zu stürzen und gelange schliesslich in die Nähe von Le Puy-en-Velay. Schon von weitem sieht man die Forteresse de Polignac auf einem Hügel thronen. Schliesslich sieht man bereits beim Einfahren in die Stadt Le Puy-en-Velay den Rocher Saint-Michel d'Aiguilhe, ein unheimlich spitzer, hoher Fels mit einer Kirche obendrauf, und ein weiterer solcher mit einer Madonnenstatue. Mit dem letzten Tropfen Benzin gelange ich zur Tankstelle und kaufe danach noch im Supermarkt ein. Die Navigation zu meiner Unterkunft, dem B&B de al Prévoté, ist nicht ganz einfach. Am Schluss finde ich es einfach nicht in der Strasse und rufe kurz an. Ich war schon am richtigen Ort, der Inhaber winkt mir aus dem Fenster zu. Es ist eine unheimlich schöne Wohnung in der ehemaligen Vogtei. Aus meinem Zimmer sehe ich direkt auf die Madonna auf dem Hügel. Die Kathedrale ist gleich nebenan. Ich laufe noch kurz zu den Orten, wo heute abend eine Sound&Light Show abgehen soll, dann kehre ich zurück.