Algajola (Tour de Balagne)

  • Posted on: 14 June 2017
  • By: lenel

16.06.2017 Algajola (Tour der Balagne)
Heute ist liegt ein strenger Tag vor mir: Erst muss ich die schmutzige Wäsche waschen (sollte man sich als Jurist gewöhnt sein), dann muss ich das gestern kaputt gegangene Objektiv flicken. Dazu fahre ich nach L’Ile Rousse zum E. Leclerc Supermarkt, kaufe eine Tube Superglue Gel und kleben den lose gewordenen Ring wieder an. Dann fahre ich nach Calvi, stelle den Scooter bei der Skulptur „La porteuse d'eau“ ab und laufe erst zum Hafen, wo sich im klaren Wasser allerlei exotische Fische tummeln und von wo aus ich ein paar schöne Fotos von der Zitadelle machen kann. Auf einer wenig benutzten äusseren Treppe laufe ich hinauf und gelange zum kleinen Leuchtturm unterhalb der Zitadelle. Auf einem Kaktusblatt hat jemand einen auf Russisch ordinären Spruch über Putin gekritzelt. Dann besichtige ich noch einmal die Zitadelle. Ich laufe wieder ins Städtchen zurück und besichtige die Eglise Ste Marie Majeure. In einem Kiosk kaufe ich Postkarten, für die ich auf der Post problemlos Briefmarken kriege (das ist heute nicht mehr selbstverständlich, nachdem was mir in der Türkei passiert ist). Ich fahre nun weiter nach Calenzana, wo ich die grosse Eglise Saint-Blaise besichtige. Von innen sieht man, dass die Kirche kurz vor dem Einsturz steht. Alle Seitenschiffe haben gefährliche Risse in den Gewölben und es kann nicht mehr lange dauern, bis es kracht. Gleich gegenüber steht die Eglise de la Confrerie Saint-Antoine. Obwohl offensichtlich verlottert, weist dieses Gebäude keinerlei statischen Mängel auf. Die Einrichtung ist recht armselig und die drei Figuren in den Nischen hinter dem Altar stammen wohl aus einem Trödlerladen, jede hat einen anderen Stil. Ich mache einen Dorfrundgang, besuche das älteste Quartier im Dorf. Dort steht auch das Oratoire Saint-Antoine, am Eingang mit reichlich Votivplatten geschmückt, das im Gegensatz zu den anderen beiden Gotteshäusern innen besser eingerichtet ist. Mein nächster Stopp ist Zilia. Schon wenn man an der grossen Mineralwasserfabrik vorbeikommt, weiss man, dass man nach Zilia kommt. Schliesslich kann man das Mineralwasser in jedem Laden in Korsika kaufen. Das Städtchen ist winzig, hübsch. Ich plaudere mit einem Bewohner, der eigentlich aus dem Massiv Central stammt, also kein Korse ist. Dann fahre ich weiter nach Montemaggiore, wo ich noch einmal mir das Städtchen ansehe. Mein nächster Stopp ist nicht viel weiter, in Catteri. Die Eglise Notre Dame des Anges steht auch hier im Zentrum des Städtchens. Hoch auf einer Bergspitze liegt Sant‘ Antonino. Für das Parkieren muss man zwei Euro bezahlen, der Automat akzeptiert nur Zwei-Euro-Münzen. So muss ich erst Geld wechseln, bevor ich den Scooter parkieren kann. Das Städtchen selbst, das von weitem so attraktiv aussieht, hat nichts zu bieten. An der höchsten Stelle hat es eine Aussichtsterrasse, doch genau die einzige Stelle, an der man die Sonne im Rücken hätte, ist heute wegen Bauarbeiten geschlossen. Etwas unter dem Städtchen, auf einer ebenen Stelle (und eben mitten in diesem Parkplatz, dessen Gebühr eignetlich ein Eintrittsgeld für das Städtchen darstellt) steht die Eglise paroissiale A Nunziata et Confrerie Saint Antoine de Padoue (17. Jhdt). Schliesslich fahre ich zurück nach Algajola und besuche noch das kleine Dörfchen. Die Festung ist leider in Privatbesitz. Immerhin hat es einen kleinen Bahnhof und einen Spar, wo ich mir etwas zusätzliches Wasser kaufen kann.