Cagliari-Oristano

  • Posted on: 28 June 2017
  • By: lenel

28.06.2017 Cagliari-Oristano
Ich fahre gleich nach dem Frühstück ab. Es tröpfelt. Dummerweise folge ich den Wegweisern nach Oristano, die völlig falsch sind, und muss deshalb einen grösseren Umweg machen. Allerdings habe ich damit die Regenwand, die genau über demjenigen Teil, durch den die Autobahn geht, liegt, umfahren. In Monastir erreiche ich wieder die Autobahn. In Serrenti muss ich nachtanken. Es regnet immer wieder, so dass ich das Regenzeug anziehe, was bei dieser Hitze recht unangenehm ist. In Villamar halte ich bei der „Necropoli punica“. Sie ist geschlossen, doch kann man sie durch das geschlossene Tor hindurch gut sehen. Nicht weit davon, in Las Plassas, thront das Castellu La Marmilla auf einem exakt konischen Hügel, wohl von Menschenhand gemacht. Ich halte an und laufe nach oben, von wo aus man eine schöne Aussicht über das Land hat. Meine nächste Station ist Barumini, wo ich das berühmte Nuraghe „Su Nuraxi“ besuche. Der Rundgang ist geführt und für 11 Euro extrem kurz. Der Einstieg ist auf sieben Meter Höhe. Immerhin kann man dabei feststellen, dass viele Gänge in diesem grossen Nuraghi noch begehbar sind. Ohne eine Drohne kann man unmöglich das ganze Nuraghe richtig erfassen, denn nur von oben sieht man die zusammenhängenden Fundamente. Ich besuche noch die Chiesa dell'immacolata Concezione in Barumini. Eine antike Orgel steht – wohl nicht mehr betriebstüchtig – etwas traurig herum. Gegenüber ist eine Gipsfigur einer toten Heiligen mit einem Gazetuch abgedeckt, wie um die Fliegen abzuhalten. Die Kirche hat drei Altäre, einer in einem Seitenschiff, zwei hintereinander in der Apsis. Ich besuche noch das archäologische Museum, das sich im Palazzo Zapata befindet. Unter dem Palast hat man ein Nuraghe gefunden, das „Nurax E'Cresia“, weshalb nun alles freigelegt und teilweise mit Glasplatten abgedeckt wurde. Im Museum ist der Olivenholzbalken ausgestellt, der eine Datierung des Nuraghe Su Nuraxi erlaubte. Es gibt noch eine kleine ethnografische Sektion mit Werkzeugen und Alltagsgegenständen. In Baradili, dem angeblich kleinsten Dorf von Sardinien (unglaubwürdig) halte ich auf der zentralen Piazza S. Margarita und noch einmal beim „typischen“ Lavra Haus. Ich fahre nun zügig nach Oristano, wo sich meine Unterkunft als grosses Zimmer in einem komfortablen Haus herausstellt. Ich fahre gleich weiter nach Tharros, wo ich erst den spanischen Turm, danach die punisch-griechisch-römischen Ruinen von Tharros besichtige, ehemals ein kleiner Hafen auf der Halbinsel. Ich beginne mit dem Castellum Aquae (Wasserschloss, denn man hatte ja fliessend Wasser), den Wohnhäusern, dem Tempelchen, der Therme No. 2, die natürlich völlig eingestürzt ist, dem Zwei-Säulen-Gebiet, dem Tempel mit semitischem Grundriss (aber keine Synagoge…), dem Dorische-Halbsäulen Tempel, der Therme No. 1, dem weniger alten, byzantinischen, Baptisterium, der fast völlig verschwundenen Therme No. 3 und dem Cardo Maximus (Hauptstrasse). An deren Ende hat es die Ueberreste eines nuraghischen Dorfes und eines späteren Tophets, ein Stück Befestigungsgraben und die Su Murru Mannu Befestigungsmauern. Als ich zurückfahre, halte ich beim Torre Su Pottu. Danach besuche ich das Archäologische Museum "G. Marongiu" in Cabras. Es gibt mehrere Modelle eines Nuraghe, Mehl-Mahlschalen, punische Grabstelen (1. Jhdt. BC-1. Jhdt. AD), oder eine Aschenurne (1. Jhdt. AD), historische Eisenanker und Steinanker, die Monumentalstatue eines Bogenschützen, einige Stelen aus Tharros, sowie Krüge, Bleibarren und bleierne Ankerbeschläge. Schliesslich, als Höhepunkt, einige der Skulpturen von Mont'e Prama. Nun kaufe ich mir im Supermarkt noch ein Abendessen und fahre zurück zur Unterkunft.