28.08.2017 Mojstrana-Banja Luka

  • Posted on: 28 August 2017
  • By: lenel

Früh am Morgen verlasse ich das angenehme und originell mit Schwemmholz dekorierte Lukna Hostel in Mojstrana. Der Himmel ist bedeckt, es hat in der Nacht gestürmt und geregnet und auch heute droht wieder Regen. Ich fahre auf der Landstrasse nach Bled, wo ich das atemberaubende Panorama bewundere. Danach fahre ich auf die Autobahn nach Ljubljana. An einer Tankstelle muss ich mir noch eine Vignette besorgen – mit EUR 7.50 für eine Woche nicht gerade billig. Ljubljana umfahre ich. An der Staatsgrenze zu Kroatien wird zwar wieder kontrolliert, doch Schengen-Dokumente werden einfach durchgewunken. Zagreb umfahre ich ebenfalls und verlasse dann die Autobahn Richtung Velika Gorica. Mein Navi spinnt zwar wieder einmal und will mich eine Ausfahrt weiter auf der Autobahn fahren lassen, was mir lediglich einen Umweg einbringt. Erst fahre ich auf der Autobahn E11, dann verlasse ich sie und fahre auf der Strasse Nr. 30 durch die Dörfer. Ein Dorf reiht sich ans andere, das Ortsendeschild und das nächste Ortsanfangsschild stehen nur ein paar Meter voneinander. Um die Mittagszeit wird es schwierig, denn im ländlichen Kroatien gibt es kaum Restaurants. Die Gasthäuser schenken nur Getränke aus. Nur in den grösseren Städten gibt es Restaurants. Als ich in Lekenik keines finde, kaufe ich im Supermarkt Brot, Fleisch und Wasser. Ich fahre weiter bis Hrvatski Kostajnica, wo eigentlich die Staatsgrenze sein müsste. Noch einmal tanke ich auf. Auf der anderen Seite des Una-Flusses sieht man die schöne Festung Zrinski Grad, seit Jahren nicht mehr zugänglich. Doch die Wagenkolonne am Zoll steht und steht. Schliesslich informiert ein Zöllner, dass der Zoll heute (vermutlich wegen technischen Problemen) geschlossen werde. Ich fahre wieder zurück nach Hrvatski Kostajnica und dann dem Una-Fluss entlang nach Hrvatski Dubica, wo ich den Fluss überquere nach Kozarska Dubica. Hier ist die Grenze unproblematisch. Ich muss mich lange durchfragen, bis ich einen Bancomaten finde. Erst versuche ich es bei der Unicredit Bank, doch der Bancomat ist defekt und gibt kein Geld. Auch mit der zweiten Karte kriege ich nichts. Als ich bei der Sberbank versuche, klappt es auf Anhieb. Ich fahre nun Richtung Prijedor. In Meduvode steht ein Flugzeug von 1942 am Strassenrand – es ist ein Denkmal für einen Lufteinsatz im 1942. Ueber eine sehr schmale, kurvige Strasse, deren permanente und hirnrissig tiefe Geschwindigkeitsbeschränkung ich keineswegs einhalte, erreiche ich die moderne Industriestadt Prijedor. Von dort sind es nochmals 40 Kilometer auf breiter, gut ausgebauter Schnellstrasse nach Banja Luka, wo ich mit dem Navi (diesmal funktioniert es zu meiner Ueberraschung) das Hostel Cuba finde. Ich kriege hier einen Schlafsaal für mich alleine. Sofort ziehe ich mich um und laufe wieder in die Stadt. Erst schaue ich mir die weisse Ferhat-Pasina Dzamija, allerdings nur von aussen, an. Ich will ja keinen Aerger mit den hier patroullierenden Polizisten. Dann laufe ich zum Krajna-Platz, wo ich im Supermarkt unter dem Platz einkaufe und im angeschlossenen Restaurant eine grosse Mahlzeit esse. Auf dem Platz steht das Boska Shopping Centre aus jugoslawischer Zeit, wohl das Wahrzeichen Banja Lukas. Ich laufe zum Palast der Republik, dem danebenliegenden Banski Dvor und besuche kurz die Christus-der-Erlöser-Kirche (Xram Xrista Spasitelja). Danach laufe ich zur Festung Kastel (welch origineller Name). Dahinter auf dem Vrbas-Fluss ist ein auf Pontons gebautes Restaurant vertäut. Eine weitere Kirche steht bei der Kreuzung, den Namen konnte ich nicht erfahren. Ich kehre zurück zum Hostel, wo ich mit Schrecken feststelle, dass der kaputte Bancomat in Kozarska Dubica trotzdem eine Belastung gemacht hat, umso blöder, als ich es mit beiden Karten versucht habe. Ein Telefonat mit dem Kartenaussteller bringt Erleichterung, das Geld wird nach einer gewissen Zeit wieder gutgeschrieben. Als ich auf dem Balkon mein Tagebuch schreibe, blitzt es ständig und auf einmal fängt es an, zu regnen. Ich hatte Glück, dass ich auf der ganzen Fahrt keinen Regen hatte. Bis nach Banja Luka habe ich bereits tausend Kilometer dieser Reise gefahren.