29.08.2017 Banja Luka to Sarajevo

  • Posted on: 29 August 2017
  • By: lenel

In der Nacht sind heftige Regen niedergegangen. Da mein Zimmer direkt unter dem Dach ist und sogar noch eine Meteorwasserleitung hindurchführt, gurgelte es die ganze Nacht. Kurz nach sieben Uhr fahre ich ab. Mein erster Halt ist in Krupa na Vrbasu, wo auf einem Wasserfall eine kleine Anzahl kleiner Mühlen, „Mlincici“, installiert ist. Leider sind sie in den vier Jahren, in denen ich nicht mehr hier war, ziemlich verlottert. Als ein Wegweiser nach dem „alten Dorf Komotin“ weist, biege ich ab. Ich gelange auf einem erst geteerten Strässchen in die Höhe und in ein Seitental. Als mir ein Auto mit St. Galler Nummernschild entgegenkommt, halte ich und plaudere ein wenig – es sind Bosnier, die jetzt in Buchs wohnen, aber hier oben noch ein Haus haben. Auch die Kirche Sv. Ive bei Podmiacje, die schon bei meinem letzten Besuch mit Besuchern überlaufen war, ist wieder völlig zuparkiert und die Zuschauer warten auf irgendeine öffentliche Messe. Mein nächster Halt ist in Jajce, wo ich erst einen Stadtplan hole und einen Riesenberg Cevapci esse, dann laufe ich durch das historische Städtchen, dessen Häuser mehr und mehr am Einstürzen sind. Scheinbar wollen wenige das Geld in die Hand nehmen, um die historische Bausubstanz zu retten, doch die neugebauten Häuser passen nicht ins Städtchen. Noch ein letzter Blick auf das Omer Bey Haus, dann fahre ich durch das Städtchen durch und zum Plivsko Jezero, wo der Fluss Pliva zu einem See aufgestaut wird. Am oberen Ende sind die wunderschönen Mlincici, die Mühlen auf den Kaskaden des Flusses. Eine läuft noch – bei den anderen fehlen die Wasserräder – und ich kaufe etwas Buchweizen. Bei der Weiterfahrt fallen mir in Komar ein paar ausgebrannte Häuser auf, wohl noch vom Krieg her. In Travnik halte ich wieder. Ich besuche die “Vezirska Turbeta” (Wesirsgruft), unweit davon steht die Johannes-der-Täufer-Kirche. Schliesslich fahre ich noch zur hoch über der Stadt thronenden Tvrdava Stari Grad (Burg der Altstadt). In der Burg drin hat es ein kleines Heimatmuseum. Nun muss ich mich beeilen, um rechtzeitig nach Sarajevo zu kommen. Ausgangs Travnik hat es kilometerlange Industriezonen. Leider kann ich nicht auf die Autobahn, Motorräder sind dort generell verboten. So fahre ich durch die Dörfer. Die Gegend zwischen Travnik und Sarajevo ist fast vollständig überbaut. Schliesslich gelange ich nach Sarajevo, wo ich mein Hostel, das Hostel Teatr, mitten im modernen Stadtzentrum finde. Eine nicht ganz erlaubte Pizza rundet den Tag ab. Glücklicherweise hat es den ganzen Tag nie geregnet, obwohl der Himmel stets mit Regenwolken überzogen war.